So funktioniert der Passwort-Generator
Technische Erklärung: Web Crypto API, Rejection Sampling gegen Modulo-Bias, garantierte Zeichengruppen, Fisher-Yates-Mischung und Entropieberechnung.
Zufallsquelle
Der Generator verwendet ausschliesslich crypto.getRandomValues() aus der Web Crypto API des Browsers. Diese Funktion liefert kryptografisch geeignete Zufallswerte aus dem Zufallsgenerator des Betriebssystems. Nicht verwendet wird Math.random(): Dessen Ausgabe ist statistisch brauchbar, aber vorhersagbar, sobald ein Angreifer einige Werte kennt.
Rejection Sampling gegen Modulo-Bias
Ein häufiger Implementierungsfehler ist die Abbildung einer Zufallszahl auf den Zeichenvorrat per Restwertoperation (wert % vorratsgroesse). Wenn der Wertebereich kein Vielfaches der Vorratsgrösse ist, treten die ersten Zeichen des Vorrats geringfügig häufiger auf – der sogenannte Modulo-Bias. Er verringert die effektive Entropie und macht die Verteilung angreifbarer als nötig.
- Grösster durch die Vorratsgrösse teilbarer Wert innerhalb des Zufallsbereichs berechnen (Grenzwert).
- Zufallswert ziehen; liegt er über dem Grenzwert, wird er verworfen und ein neuer gezogen.
- Erst der akzeptierte Wert wird per Restwertoperation auf ein Zeichen abgebildet.
Dadurch ist jedes Zeichen des Vorrats exakt gleich wahrscheinlich – die Voraussetzung dafür, dass die Entropieformel aus dem Ratgeber Passwortlänge und Entropie überhaupt gilt.
Garantierte Zeichengruppen und sichere Mischung
Viele Dienste verlangen mindestens ein Zeichen je aktivierter Gruppe. Der Generator zieht deshalb zuerst je ein Zeichen aus jeder gewählten Gruppe, füllt die restlichen Stellen aus dem vereinigten Vorrat auf und mischt das Ergebnis anschliessend mit einem Fisher-Yates-Shuffle, dessen Indizes ebenfalls aus crypto.getRandomValues() stammen. Ohne diese Mischung stünden die garantierten Zeichen immer an den vordersten Positionen – ein vorhersagbares Muster.
Kleine, offengelegte Einschränkung
Die Garantie „mindestens ein Zeichen pro Gruppe“ schränkt den Suchraum minimal ein, weil Passwörter ohne Vertreter einer Gruppe ausgeschlossen sind. Der Effekt liegt bei üblichen Längen im Bereich von Bruchteilen eines Bits und ist gegenüber der gewonnenen Kompatibilität mit Anbietervorgaben vernachlässigbar. Die angezeigte Entropie ist deshalb eine sehr gute Näherung, aber eine leichte Obergrenze.
Optionen und ihre Wirkung
| Einstellung | Wirkung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Länge (8–64) | bestimmt die Entropie linear | 20 Zeichen als Standard, mehr bei sensiblen Konten |
| Zeichengruppen | bestimmen die Vorratsgrösse | alle vier aktiviert lassen, sofern der Dienst es erlaubt |
| Mehrdeutige Zeichen vermeiden | entfernt O/0, l/1/I und ähnliche Paare | aktivieren, wenn das Passwort abgetippt oder vorgelesen wird |
| Entropieanzeige | zeigt Bit-Wert aus Länge und tatsächlichem Vorrat | als Vergleichsmass zwischen Einstellungen nutzen |
Das Ausschliessen mehrdeutiger Zeichen verkleinert den Vorrat und damit die Entropie pro Zeichen. Die Anzeige berücksichtigt das automatisch – bei Bedarf gleichen Sie den Verlust mit zwei bis drei zusätzlichen Zeichen aus.
Datenschutz by Design
- Die Passworterzeugung läuft vollständig im Browser; es gibt keinen Server-Aufruf dafür.
- Generierte Passwörter werden nicht an Analytics, Logs oder Fehlertracking übergeben – gemessen werden nur Länge und die aktivierten Zeichengruppen.
- Passwörter erscheinen nicht in der URL, nicht in Attributen und werden nicht dauerhaft gespeichert.
- Der Teilen-Button teilt ausschliesslich die Adresse dieser Website, niemals ein Passwort.
- Das Ergebnisfeld ist mit aria-live ausgezeichnet, damit Screenreader neue Passwörter ansagen.
Den Generator selbst finden Sie auf der Startseite; die Grundlagen zur Bewertung des Ergebnisses stehen unter Was ist ein sicheres Passwort?
Quellen
- NIST SP 800-63B (Draft 4): Passwords
- BSI – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Sichere Passwörter erstellen
Die Auswahlkriterien für Quellen sind auf der Seite Redaktionelle Richtlinien & Quellen dokumentiert.
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Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Information zur IT-Sicherheit und keine individuelle Sicherheitsberatung. Für konkrete Risiken in Ihrer Organisation ziehen Sie bitte eine fachkundige Prüfung heran.