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    Sicherheit & Methodik

    Damit unsere Aussagen überprüfbar sind, legen wir hier offen, wie wir rechnen, welche Annahmen wir treffen und wo die Grenzen dieser Aussagen liegen. Herausgegeben von Chiron Services GmbH.

    Wie wir Entropie berechnen

    Für zufällig erzeugte Passwörter verwenden wir ausschliesslich die Formel Entropie = Länge × log2(Grösse des Zeichenvorrats). Der Zeichenvorrat ergibt sich aus den aktivierten Zeichengruppen, abzüglich ausgeschlossener mehrdeutiger Zeichen. Wir bewerten damit ausdrücklich nicht die Qualität selbst ausgedachter Passwörter: Bei diesen ist die tatsächliche Unsicherheit für einen Angreifer regelmässig weit geringer als die Formel nahelegt, weil menschliche Wahl Mustern folgt.

    Bei Passphrasen rechnen wir mit log2(Grösse der Wortliste) je zufällig gezogenem Wort und nennen die angenommene Listengrösse immer mit.

    Entropie-Rechner

    Berechnet die theoretische Entropie eines zufällig erzeugten Passworts. Für selbst ausgedachte Passwörter gilt die Rechnung nicht.

    16 Zeichen
    Zeichenvorrat
    Zeichenvorrat
    88 Zeichen
    Theoretische Entropie
    103.4 Bit
    Online-Angriff (10 Versuche/Minute)
    1,23e+24 Tage
    Offline-Angriff, schnelles Hash-Verfahren (1011 Versuche/s)
    2,05e+12 Tage
    Offline-Angriff, langsames Hash-Verfahren (20 000 Versuche/s)
    1,02e+19 Tage

    Annahmen: gleichverteilt zufällige Zeichenwahl, dem Angreifer sind Länge und Zeichenvorrat bekannt, im Mittel muss die Hälfte des Suchraums durchsucht werden. Die genannten Versuchsraten sind gerundete Annahmen zur Veranschaulichung und keine Messwerte; die tatsächliche Rate hängt von Hardware, Hash-Verfahren und Serverschutz ab.

    Online- und Offline-Angriff unterscheiden

    Annahmen der beiden Szenarien
    KriteriumOnline-AngriffOffline-Angriff
    Ort des VersuchsAnmeldemaske des AnbietersRechner des Angreifers
    BegrenzungRate Limiting, Sperren, Bot-Erkennungnur Hardware und Hash-Verfahren
    Typische Rate (Annahme)einige Versuche pro Minute und Kontoje nach Verfahren 10^4 bis über 10^11 Versuche pro Sekunde
    Zieldie wahrscheinlichsten Kandidatenmöglichst viele Konten einer erbeuteten Datenbank
    Voraussetzungerreichbarer Dienstvorheriges Datenleck

    Die genannten Raten sind gerundete Annahmen zur Veranschaulichung, keine eigenen Messungen. Sie hängen von Hardware, Parametrisierung und Implementierung ab. Wir nennen sie immer zusammen mit dem Ergebnis, damit die Zahl einordbar bleibt.

    Einfluss des Hash-Verfahrens

    Anbieter speichern Passwörter idealerweise als gesalzenen Hash eines absichtlich langsamen Verfahrens (Argon2, scrypt, bcrypt oder PBKDF2 mit hoher Iterationszahl). Je langsamer und speicherintensiver das Verfahren, desto weniger Versuche pro Sekunde sind offline möglich – bei identischem Passwort. Als Nutzerin oder Nutzer können Sie dieses Verfahren weder erkennen noch beeinflussen. Deshalb gehen wir in unseren Empfehlungen vom ungünstigen Fall aus. Details unter Brute Force und Credential Stuffing.

    Formulierungen, die wir vermeiden

    Keine absoluten Sicherheitsversprechen

    Aussagen wie „unknackbar“, „in Stunden geknackt“ oder „länger als das Alter des Universums“ verwenden wir nicht ohne vollständige Angabe der Annahmen. Ebenso behaupten wir nicht pauschal, ein Ergebnis „entspreche den BSI-Empfehlungen“ – wir verlinken stattdessen die Quelle und beschreiben, worauf sich eine Empfehlung bezieht.

    • Jede Zeitangabe nennt Zeichenvorrat, Länge, Versuchsrate und Angriffsart.
    • Wir unterscheiden konsequent zwischen zufällig erzeugten Passwörtern und menschlich gewählten Passphrasen.
    • Wir geben keine Zahlen ohne nachvollziehbare Herleitung wieder.
    • Wir erfinden keine Studien, Messwerte, Marktanteile oder Prüfsiegel.

    Aktualisierung und Korrekturen

    Jede Ratgeberseite trägt sichtbar das Veröffentlichungsdatum und das Datum der letzten fachlichen Überprüfung. Wir prüfen die Inhalte anlassbezogen, insbesondere wenn sich Leitlinien von BSI, NIST, CISA oder der FIDO Alliance ändern. Wesentliche inhaltliche Änderungen werden im Änderungsverlauf festgehalten. Fehlermeldungen sind ausdrücklich willkommen – die Kontaktmöglichkeit steht unter Über dieses Projekt.