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    Datenleck – was jetzt zu tun ist

    Sofortmassnahmen nach einem Datenleck: Prioritätenliste, Schritt-für-Schritt-Anleitung, Entscheidungsbaum und was Sie in den Tagen danach prüfen sollten.

    Herausgegeben von Chiron Services GmbHVeröffentlicht: Fachlich geprüft:

    Die ersten 60 Minuten

    Wenn ein Dienst ein Datenleck meldet oder ein Prüfdienst Ihre Adresse in einem Leck findet, zählt die Reihenfolge. Ziel ist, dem Angreifer den Weg zu weiteren Konten abzuschneiden, bevor er ihn nutzt.

    1. E-Mail-Postfach zuerst absichern: neues, zufälliges Passwort setzen und zweiten Faktor aktivieren. Über das Postfach lassen sich sonst alle anderen Konten zurücksetzen.
    2. Passwort des betroffenen Dienstes ändern – über die selbst eingegebene Adresse, nicht über einen Link aus der Benachrichtigungsmail.
    3. Alle Konten ändern, bei denen dasselbe oder ein ähnliches Passwort verwendet wurde. Der Passwortmanager zeigt die Duplikate an.
    4. Aktive Sitzungen und verbundene Geräte im Konto beenden („überall abmelden“), damit gestohlene Sitzungscookies wertlos werden.
    5. Zweiten Faktor aktivieren, wo er fehlt, und hinterlegte Wiederherstellungsadressen sowie Telefonnummern auf fremde Einträge prüfen.
    6. Bei Zahlungsdaten: Karten- oder Kontoumsätze prüfen und den Anbieter kontaktieren.

    Welche Daten sind betroffen – und was folgt daraus?

    Risiko je nach geleakter Datenart
    Geleakte DatenKonkretes RisikoMassnahme
    E-Mail-Adressegezieltes Phishing, SpamWachsamkeit bei Links, Absender prüfen
    Passwort im Klartextsofortige Übernahme, Credential Stuffingalle Konten mit diesem Passwort sofort ändern
    Passwort-Hash (langsames Verfahren)Offline-Angriff möglich, aber langsamPasswort zügig ändern
    Passwort-Hash (schnelles Verfahren, ohne Salt)grosse Teile der Datenbank oft schnell entschlüsseltwie Klartext behandeln
    SicherheitsfragenKontowiederherstellung durch FremdeAntworten überall ändern, zufällige Werte verwenden
    Ausweis- oder ZahlungsdatenIdentitätsmissbrauch, AbbuchungenAnbieter und Bank informieren, Umsätze überwachen
    Entscheidungsbaum nach einer Leck-Meldung
    Wurde das Passwort dieses Dienstes anderswo verwendet?
    ├─ Ja  -> alle betroffenen Konten sofort ändern, mit E-Mail beginnen
    └─ Nein -> nur dieses Konto ändern
                └─ Enthält das Leck Zahlungs- oder Ausweisdaten?
                   ├─ Ja  -> Bank/Anbieter informieren, Umsätze überwachen
                   └─ Nein -> zweiten Faktor aktivieren und Sitzungen beenden

    In den Tagen danach

    • Mit erhöhter Phishing-Welle rechnen: Angreifer nutzen die echte Leck-Meldung als Aufhänger.
    • Keine Anhänge oder Links aus angeblichen Support-Mails öffnen; Dienste immer selbst im Browser aufrufen.
    • Weiterleitungsregeln im E-Mail-Postfach prüfen – eingerichtete Weiterleitungen sind ein typisches Übernahmezeichen.
    • App-Berechtigungen und verbundene Drittanbieter im Konto durchsehen und Unbekanntes entfernen.
    • Nicht mehr genutzte Konten beim jeweiligen Anbieter löschen statt nur zu deaktivieren.
    • Prüfdienste für Datenlecks nur nutzen, wenn sie ausschliesslich die E-Mail-Adresse abfragen – Passwörter niemals irgendwo eingeben.

    Niemals Passwörter zur Prüfung eingeben

    Seriöse Prüfungen arbeiten mit der E-Mail-Adresse oder mit einem Verfahren, bei dem das Passwort das Gerät nicht verlässt. Unser Generator sendet grundsätzlich nichts an einen Server – siehe So funktioniert der Passwort-Generator.

    Quellen

    Die Auswahlkriterien für Quellen sind auf der Seite Redaktionelle Richtlinien & Quellen dokumentiert.

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    Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Information zur IT-Sicherheit und keine individuelle Sicherheitsberatung. Für konkrete Risiken in Ihrer Organisation ziehen Sie bitte eine fachkundige Prüfung heran.