Datenleck – was jetzt zu tun ist
Sofortmassnahmen nach einem Datenleck: Prioritätenliste, Schritt-für-Schritt-Anleitung, Entscheidungsbaum und was Sie in den Tagen danach prüfen sollten.
Die ersten 60 Minuten
Wenn ein Dienst ein Datenleck meldet oder ein Prüfdienst Ihre Adresse in einem Leck findet, zählt die Reihenfolge. Ziel ist, dem Angreifer den Weg zu weiteren Konten abzuschneiden, bevor er ihn nutzt.
- E-Mail-Postfach zuerst absichern: neues, zufälliges Passwort setzen und zweiten Faktor aktivieren. Über das Postfach lassen sich sonst alle anderen Konten zurücksetzen.
- Passwort des betroffenen Dienstes ändern – über die selbst eingegebene Adresse, nicht über einen Link aus der Benachrichtigungsmail.
- Alle Konten ändern, bei denen dasselbe oder ein ähnliches Passwort verwendet wurde. Der Passwortmanager zeigt die Duplikate an.
- Aktive Sitzungen und verbundene Geräte im Konto beenden („überall abmelden“), damit gestohlene Sitzungscookies wertlos werden.
- Zweiten Faktor aktivieren, wo er fehlt, und hinterlegte Wiederherstellungsadressen sowie Telefonnummern auf fremde Einträge prüfen.
- Bei Zahlungsdaten: Karten- oder Kontoumsätze prüfen und den Anbieter kontaktieren.
Welche Daten sind betroffen – und was folgt daraus?
| Geleakte Daten | Konkretes Risiko | Massnahme |
|---|---|---|
| E-Mail-Adresse | gezieltes Phishing, Spam | Wachsamkeit bei Links, Absender prüfen |
| Passwort im Klartext | sofortige Übernahme, Credential Stuffing | alle Konten mit diesem Passwort sofort ändern |
| Passwort-Hash (langsames Verfahren) | Offline-Angriff möglich, aber langsam | Passwort zügig ändern |
| Passwort-Hash (schnelles Verfahren, ohne Salt) | grosse Teile der Datenbank oft schnell entschlüsselt | wie Klartext behandeln |
| Sicherheitsfragen | Kontowiederherstellung durch Fremde | Antworten überall ändern, zufällige Werte verwenden |
| Ausweis- oder Zahlungsdaten | Identitätsmissbrauch, Abbuchungen | Anbieter und Bank informieren, Umsätze überwachen |
Wurde das Passwort dieses Dienstes anderswo verwendet?
├─ Ja -> alle betroffenen Konten sofort ändern, mit E-Mail beginnen
└─ Nein -> nur dieses Konto ändern
└─ Enthält das Leck Zahlungs- oder Ausweisdaten?
├─ Ja -> Bank/Anbieter informieren, Umsätze überwachen
└─ Nein -> zweiten Faktor aktivieren und Sitzungen beendenIn den Tagen danach
- Mit erhöhter Phishing-Welle rechnen: Angreifer nutzen die echte Leck-Meldung als Aufhänger.
- Keine Anhänge oder Links aus angeblichen Support-Mails öffnen; Dienste immer selbst im Browser aufrufen.
- Weiterleitungsregeln im E-Mail-Postfach prüfen – eingerichtete Weiterleitungen sind ein typisches Übernahmezeichen.
- App-Berechtigungen und verbundene Drittanbieter im Konto durchsehen und Unbekanntes entfernen.
- Nicht mehr genutzte Konten beim jeweiligen Anbieter löschen statt nur zu deaktivieren.
- Prüfdienste für Datenlecks nur nutzen, wenn sie ausschliesslich die E-Mail-Adresse abfragen – Passwörter niemals irgendwo eingeben.
Niemals Passwörter zur Prüfung eingeben
Seriöse Prüfungen arbeiten mit der E-Mail-Adresse oder mit einem Verfahren, bei dem das Passwort das Gerät nicht verlässt. Unser Generator sendet grundsätzlich nichts an einen Server – siehe So funktioniert der Passwort-Generator.
Quellen
- CISA: Secure Our World
- BSI – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Sichere Passwörter erstellen
- NIST SP 800-63B (Draft 4): Passwords
Die Auswahlkriterien für Quellen sind auf der Seite Redaktionelle Richtlinien & Quellen dokumentiert.
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Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Information zur IT-Sicherheit und keine individuelle Sicherheitsberatung. Für konkrete Risiken in Ihrer Organisation ziehen Sie bitte eine fachkundige Prüfung heran.